US-Inflation steigt auf 3,7 Prozent: Heiße Kernrate drückt die Nasdaq

US-Inflation steigt auf 3,7 Prozent: Heiße Kernrate drückt die Nasdaq

US-Inflation steigt auf 3,7 Prozent: Heiße Kernrate drückt die Nasdaq

US-Inflation im September bei 3,7 Prozent, die Kernrate überrascht nach oben. Nasdaq und Russell 2000 verlieren am 14. Oktober fast 2 Prozent.

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Symbolbild: Zapfsäule an einer Tankstelle, im Hintergrund ein Monitor mit fallenden roten Börsenkursen.

Teure Energie, fallende Kurse: Inflation setzt die Nasdaq unter Druck.

Die US-Inflation hat im September wieder deutlich angezogen. Nach Daten des US-Arbeitsministeriums (BLS) vom 14. Oktober 2026 stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent. Erwartet hatten Volkswirte 3,6 Prozent. Noch wichtiger für die Märkte war die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel: Sie lag ebenfalls über den Prognosen. An der Wall Street gerieten daraufhin vor allem Technologie- und Nebenwerte unter Druck.

Die CPI-Daten für September im Überblick

Auf Monatssicht legte der Verbraucherpreisindex saisonbereinigt um 0,6 Prozent zu. Dieser Wert entsprach den Erwartungen. Die Jahresrate von 3,7 Prozent fiel dagegen einen Zehntelpunkt höher aus als prognostiziert.

Die Kernrate stieg im September wie schon im August um 0,3 Prozent zum Vormonat. Im Jahresvergleich lag sie bei 2,6 Prozent. Analysten hatten laut CNBC mit 0,2 Prozent zum Vormonat und 2,5 Prozent zum Vorjahr gerechnet. Beide Kernwerte überraschten damit nach oben.

Energie treibt die Teuerung

Der wichtigste Preistreiber war erneut die Energie. Der Energieindex kletterte im September um 5,2 Prozent zum Vormonat und liegt nun 20,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Benzin verteuerte sich innerhalb eines Monats um 9,1 Prozent und machte damit rund die Hälfte des gesamten Anstiegs aus.

Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen am Golf rund um den Konflikt mit dem Iran. Die Nordseesorte Brent notierte am Mittwoch weiter über 105 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI zur Lieferung im November stieg um 1 Prozent auf 95,08 US-Dollar.

Andere Komponenten zeigten ein gemischtes Bild. Die Wohnkosten (Shelter) stiegen um 0,4 Prozent nach 0,3 Prozent im August. Die Lebensmittelpreise blieben im Monatsvergleich unverändert und lagen 2,5 Prozent über dem Vorjahr.

So reagierten die US-Börsen am 14. Oktober

Die Reaktion fiel deutlich aus, aber nicht flächendeckend. Der S&P 500 schloss 1,11 Prozent tiefer bei 7.718,94 Punkten. Die Nasdaq Composite verlor 1,88 Prozent auf 26.692,87 Punkte. Am stärksten traf es die Nebenwerte: Der Russell 2000 gab 1,93 Prozent auf 2.729,53 Punkte nach. Der Dow Jones hielt sich mit einem Minus von 0,09 Prozent auf 51.621,48 Punkte vergleichsweise stabil.

Kleinere Unternehmen und wachstumsstarke Technologiewerte reagieren besonders empfindlich auf höhere Zinserwartungen, weil sie stärker von günstiger Finanzierung abhängen. Der Volatilitätsindex VIX stieg um gut 10 Prozent auf 16,87 Punkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei 5,19 Prozent und damit weiter auf hohem Niveau.

Chipwerte unter Druck, Energiewerte gefragt

Halbleiteraktien setzten ihre Verluste fort. AMD fiel um rund 5 Prozent, Intel um etwa 4 Prozent und Micron um rund 3 Prozent. Unter Druck standen auch Unternehmen, deren KI-Ausbau stark über Schulden finanziert wird: CoreWeave brach um mehr als 16 Prozent ein, Oracle verlor rund 9 Prozent.

ASML hielt sich dagegen stabil. Der niederländische Chipausrüster meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 4,96 Milliarden Euro und lag damit deutlich über den Schätzungen. Der Umsatz von 11,66 Milliarden Euro verfehlte die Erwartungen knapp. Auf der Gewinnerseite standen Ölkonzerne wie Exxon Mobil und Chevron, die im Handelsverlauf zeitweise Rekordstände erreichten.

Die Bankensaison lieferte ebenfalls gemischte Signale. Morgan Stanley übertraf die Erwartungen beim Gewinn je Aktie, die Aktie schloss dennoch im Minus. Bank of America verlor rund 5 Prozent, nachdem der Quartalsumsatz hinter den Prognosen zurückblieb. Einen Überblick über die ersten Bankenzahlen vom Vortag bietet unser Artikel zu den US-Bankenzahlen im dritten Quartal.

Was die Daten für die Fed bedeuten

Die US-Notenbank hatte den Leitzins auf ihrer Sitzung am 15. und 16. September einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Wie das Fed-Protokoll zur Septembersitzung zeigte, halten mehrere Notenbanker einen weiteren Schritt bis zum Jahresende für möglich.

Die nächste Zinsentscheidung steht am 27. und 28. Oktober an. Laut Yahoo Finance rechnete eine Mehrheit von rund 78 Prozent der Marktteilnehmer weiterhin mit einer Zinspause. Die heißere Kernrate hat die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Anhebung jedoch erhöht. Für die Fed ist entscheidend, ob der Energieschock zunehmend auf andere Preise übergreift. Der zweite Monat in Folge mit einer Kernrate von 0,3 Prozent dürfte deshalb besonders genau beobachtet werden.

Worauf Trader jetzt achten

Für die kommenden Tage stehen drei Faktoren im Fokus:

  1. Ölpreis: Solange Brent über 100 US-Dollar notiert, bleibt der Druck auf die Energiepreise und damit auf die Inflation hoch.

  2. Anleiherenditen: Steigen die Renditen weiter, dürfte das zinssensible Sektoren wie Tech und Small Caps zusätzlich belasten.

  3. Fed-Kommentare: Aussagen von Notenbankern vor der Sitzung am 28. Oktober können die Zinserwartungen kurzfristig deutlich verschieben.

Wichtige Termine wie die nächsten US-Konjunkturdaten finden Sie im Wirtschaftskalender. Der nächste Verbraucherpreisbericht folgt laut BLS am 10. November. Wie sich einzelne Sektoren und Indexschwergewichte entwickeln, zeigt unsere Heatmap. Den Wochenausblick mit allen weiteren Terminen bietet die Börsenwoche vom 12. bis 16. Oktober.

In Phasen mit erhöhter Volatilität rund um Inflationsdaten und Notenbanksitzungen können Kurse stark und schnell schwanken. Gehebelte Produkte wie CFDs verstärken Gewinne und Verluste gleichermaßen und sind mit einem hohen Verlustrisiko verbunden.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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