US-Bankenzahlen: Goldman glänzt, JPMorgan verfehlt die Prognosen

US-Bankenzahlen: Goldman glänzt, JPMorgan verfehlt die Prognosen

US-Bankenzahlen: Goldman glänzt, JPMorgan verfehlt die Prognosen

Die US-Bankensaison startet am 13. Oktober gemischt: Goldman glänzt, JPMorgan verfehlt die Prognose, Wells Fargo enttäuscht, Citigroup überzeugt.

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Symbolbild: Klassische Bankfassade mit Säulen, im Vordergrund ein Monitor mit gemischten Aktiencharts in Grün und Rot.

Gemischte Quartalszahlen: US-Banken zwischen Kursgewinnen und -verlusten

Die Berichtssaison der US-Großbanken ist am Dienstag, 13. Oktober 2026, mit einem gemischten Bild gestartet. Goldman Sachs übertraf die Erwartungen dank eines kräftigen Zuwachses im Aktienhandel deutlich. JPMorgan Chase verfehlte dagegen die Gewinnprognosen der Analysten, obwohl der Konzern einen Nettogewinn von 15,3 Milliarden Dollar meldete. Wells Fargo enttäuschte beim Umsatz, Citigroup meldete nach eigenen Angaben den höchsten Umsatz in einem dritten Quartal seit zehn Jahren.

Für Trader sind die Bankenzahlen mehr als ein Branchenthema. Sie geben Hinweise auf die Lage der US-Verbraucher, auf die Kreditqualität und auf die Handelsaktivität an den Märkten. Gerade in einem Umfeld mit Zehnjahresrenditen über 5 Prozent schauen Anleger genau hin, wie gut die Institute mit höheren Zinsen zurechtkommen.

Goldman Sachs: Aktienhandel treibt das Ergebnis

Goldman Sachs steigerte die Nettoerträge im dritten Quartal laut Unternehmensmitteilung um 23 Prozent auf 18,68 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn lag bei 5,29 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie bei 17,01 Dollar. Die annualisierte Eigenkapitalrendite erreichte 18,7 Prozent.

Der wichtigste Treiber war das Geschäft mit Aktien. Die Erträge im Bereich Equities stiegen um 72 Prozent auf 6,44 Milliarden Dollar, vor allem dank deutlich höherer Einnahmen aus der Finanzierung von Aktienpositionen für Großkunden. Auch die Gebühren im Investmentbanking legten um 21 Prozent auf 3,22 Milliarden Dollar zu. Der Anleihen-, Devisen- und Rohstoffhandel (FICC) trat mit 3,47 Milliarden Dollar dagegen auf der Stelle. Die Vermögensverwaltung steuerte 5,05 Milliarden Dollar bei, ein Plus von 14 Prozent.

Trotz der starken Zahlen schloss die Aktie nach einem Kurssprung im vorbörslichen Handel mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent. Die hohen Erwartungen waren offenbar schon weitgehend eingepreist.

JPMorgan verfehlt die Prognosen, hebt aber den Zinsausblick an

Bei JPMorgan Chase lag das Ergebnis je Aktie bei 5,57 Dollar. Analysten hatten laut LSEG mit 5,90 Dollar gerechnet. Ohne Verluste aus Wertpapierverkäufen in Höhe von 658 Millionen Dollar wären es 5,75 Dollar gewesen, was ebenfalls unter der Prognose liegt. Der bereinigte Umsatz stieg um 8 Prozent auf 50,9 Milliarden Dollar.

Auffällig ist die Spaltung im Handelsgeschäft. Der Aktienhandel legte um 49 Prozent zu, der Anleihehandel ging um 4 Prozent zurück. Die Gebühren im Investmentbanking stiegen um 14 Prozent. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 13 Prozent auf 27,1 Milliarden Dollar. Für das vierte Quartal rechnet die Bank mit rund 28 Milliarden Dollar, für 2027 nennt Finanzchef Jeremy Barnum ein zentrales Szenario von etwa 107 Milliarden Dollar.

Vorstandschef Jamie Dimon warnte zugleich, dass hohe Haushaltsdefizite, hartnäckige Inflation, hohe Vermögenspreise, steigende Zinsen und geopolitische Spannungen sich „unter der Oberfläche" weiter verschieben. Die Aktie fiel zunächst um rund 3 Prozent, erholte sich dank des besseren Zinsausblicks aber und schloss 0,9 Prozent tiefer.

Wells Fargo und Citigroup: Zwei Gesichter

Wells Fargo verdiente 1,87 Dollar je Aktie und lag damit knapp über der Konsensschätzung von 1,85 Dollar. Der Umsatz von 21,87 Milliarden Dollar blieb jedoch deutlich hinter den erwarteten 22,31 Milliarden Dollar zurück. Den Ausblick für den Zinsüberschuss von rund 50 Milliarden Dollar im Gesamtjahr bestätigte die Bank. Weil das Management zudem auf eine spürbar nachlassende Handelsaktivität Ende September verwies, gab die Aktie um 3 Prozent auf 80,82 Dollar nach.

Citigroup überzeugte dagegen auf ganzer Linie. Der Nettogewinn stieg um 17 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie von 2,85 Dollar lag klar über den erwarteten 2,62 Dollar. Der Umsatz wuchs um 8 Prozent auf 23,8 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal kaufte die Bank eigene Aktien für 3 Milliarden Dollar zurück.

Wall Street reagiert verhalten

Am Gesamtmarkt sorgten die Zahlen kaum für Bewegung. Der Dow Jones verlor 0,35 Prozent auf 51.670 Punkte, der S&P 500 schloss mit minus 0,02 Prozent bei 7.805 Punkten nahezu unverändert. Die Nasdaq gab 0,15 Prozent auf 27.204 Punkte nach. Belastend wirkten erneut die Speicherchipwerte nach dem Kospi-Crash in Südkorea.

Unterstützung kam am späten Nachmittag von John Williams. Der Präsident der New Yorker Fed hält eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr weiterhin für angemessen, sieht aber derzeit keinen Bedarf für weitere Schritte im Jahr 2027. Damit knüpft er an die Linie an, die bereits das Fed-Protokoll zur Septembersitzung vorgezeichnet hatte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank leicht auf 5,22 Prozent.

Was am 14. Oktober ansteht

Am Mittwoch, 14. Oktober, folgen mit Bank of America und Morgan Stanley die nächsten Großbanken. Morgan Stanley gilt neben Goldman Sachs als Gradmesser für das Investmentbanking und den Aktienhandel. Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Arbeitsministerium zudem die Verbraucherpreise für September. Die Inflationsdaten dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die Aussagen von Williams zu einer weiteren Zinserhöhung bewertet.

Alle Termine der Woche fasst unsere Börsenwoche vom 12. bis 16. Oktober zusammen. Weitere Berichtstermine finden sich im Quartalszahlen-Kalender, die Uhrzeiten der Konjunkturdaten im Wirtschaftskalender.

Die ersten Zahlen zeigen vor allem eines: Das Handelsgeschäft mit Aktien boomt, während der Anleihehandel schwächelt und die Zinserträge je nach Bank unterschiedlich stark wachsen. Ob sich dieses Muster bei Bank of America und Morgan Stanley bestätigt, dürfte die Richtung des Finanzsektors in den kommenden Tagen mitbestimmen. Wer Bankaktien, Finanz-ETFs oder Indizes über gehebelte Produkte wie CFDs handelt, sollte rund um Zahlen und Inflationsdaten mit erhöhter Volatilität rechnen. CFDs bergen ein hohes Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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