Börsenwoche vom 2. bis 6. November 2026: Midterms, Bank of England und Jobreport

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Midterms, Bank of England und US-Jobreport: Die erste Novemberwoche bündelt Risiken. Dazu berichten Apple, AMD, Palantir und mehrere Dax-Konzerne.

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Kuppelgebäude im Abendlicht mit leuchtender Candlestick-Kurve über Kalenderkacheln in Blau und Gold

Börsenwoche 2.–6. November: Midterms, Bank of England und US-Jobreport

Bildnachweis: Traden.de / KI-generiertes Symbolbild

Die erste Novemberwoche bringt eine seltene Häufung von Terminen. Am Dienstag, 3. November 2026, wählen die USA bei den Midterms den Kongress neu. Am Donnerstag entscheidet die Bank of England über ihren Leitzins, am Freitag folgt der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. Dazu legen Apple, Palantir, AMD und Qualcomm Zahlen vor, in Deutschland berichten unter anderem Bayer, Lufthansa, BMW und die Deutsche Telekom.

Die Ausgangslage ist angespannt. Der DAX beendete den Freitag, 30. Oktober, mit einem Minus von 0,85 Prozent bei 25.818 Punkten und verlor damit die Marke von 26.000 Punkten wieder. Auf Wochensicht blieb trotzdem ein Plus von 2,5 Prozent. Belastet haben vor allem Technologiewerte, nachdem Amazon und Intel mit ihren Quartalszahlen und Ausblicken enttäuscht hatten. Infineon fiel um 6,4 Prozent. Gleichzeitig zogen die Ölpreise wegen der Sorge vor einer weiteren Eskalation im Iran-Konflikt an.

US-Midterms am 3. November: Machtfrage im Kongress

Zur Wahl stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 Sitze im Senat und 36 Gouverneursposten. Umfragen und Prognosemärkte sehen die Demokraten im Vorteil. Laut dem Analysedienst Newsquawk lagen die Quoten auf Polymarket zuletzt bei 94 Prozent für eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus und bei 69 Prozent für den Senat.

Für die Märkte geht es weniger um den Wahlabend selbst als um die Folgen. Ein geteilter oder demokratisch kontrollierter Kongress würde es Präsident Donald Trump schwerer machen, seine Agenda durchzusetzen. Als besonders sensible Bereiche gelten Verteidigungsausgaben, Arzneimittelpreise und die Regulierung von Rechenzentren.

Robert Greil von Merck Finck sieht die Reaktion des Präsidenten als entscheidenden Faktor: „Für die Börsen werden der Ausgang der Midterms und die Frage, wie Donald Trump darauf reagiert, entscheidend." Uwe Streich von der LBBW verweist auf das geopolitische Risiko: Ein erneuter US-Militärschlag nach den Wahlen würde „im wahrsten Sinne des Wortes weiteres Öl ins Feuer gießen".

Was die Statistik sagt

Historisch war der November in Midterm-Jahren ein starker Monat. Laut CNBC stieg der Nasdaq in solchen Jahren im Schnitt um 3,5 Prozent, S&P 500 und Dow Jones um 2,7 beziehungsweise 2,6 Prozent. Solche Durchschnittswerte sind allerdings kein Automatismus, einzelne Jahre weichen deutlich ab. Wer saisonale Muster selbst prüfen will, findet sie in unserer Saisonalität-Übersicht.

Bank of England: Zinserhöhung erwartet

Am Donnerstag, 5. November, um 13:00 Uhr MEZ gibt die Bank of England ihre Entscheidung bekannt. Der Leitzins liegt aktuell bei 3,75 Prozent. Am Markt gilt eine Erhöhung um 25 Basispunkte auf 4,00 Prozent als nahezu sicher. Bereits im September hatten drei der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für einen höheren Zins gestimmt. Die Inflation in Großbritannien stieg im September auf 3,5 Prozent.

Spannend wird daher weniger der Schritt selbst als das Abstimmungsverhalten. Ein knappes Votum könnte darauf hindeuten, dass im Ausschuss keine Mehrheit für einen längeren Zinserhöhungszyklus besteht. Für GBP/USD und EUR/GBP ist das der eigentliche Taktgeber.

Arbeitsmarktbericht am Freitag

Der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober erscheint am Freitag, 6. November, um 14:30 Uhr MEZ. Analysten erwarten 55.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach nur 29.000 im September. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,2 Prozent bleiben. Wie schwach der Vormonat ausfiel, haben wir im Artikel zum Jobreport September eingeordnet.

Vorher liefern mehrere Indikatoren erste Hinweise:

  • Montag, 2. November, 16:00 Uhr MEZ: ISM-Index für die US-Industrie

  • Dienstag, 3. November, 16:00 Uhr MEZ: JOLTS-Stellenangebote für September

  • Mittwoch, 4. November: Inflation im Euroraum (Schnellschätzung, 11:00 Uhr MEZ), ADP-Arbeitsmarktbericht (14:15 Uhr MEZ) und ISM-Index für Dienstleister (16:00 Uhr MEZ)

  • Donnerstag, 5. November, 14:30 Uhr MEZ: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

Seit der Zeitumstellung in den USA am 1. November beträgt der Zeitunterschied zu New York wieder sechs Stunden. Alle Termine finden sich im Wirtschaftskalender.

Quartalszahlen: Apple, AMD und Dax-Konzerne

Die Berichtssaison erreicht ihren nächsten Höhepunkt. Nach den Enttäuschungen bei Amazon und Intel steht vor allem der Technologiesektor unter Beobachtung:

  • Montag: Apple und Palantir (jeweils nach US-Börsenschluss)

  • Dienstag: AMD, Super Micro Computer, Arista Networks und Pfizer, in Deutschland Bayer und Lufthansa

  • Mittwoch: Qualcomm, Uber, McDonald's und AppLovin, in Deutschland BMW und Continental

  • Donnerstag: Airbnb und ConocoPhillips, in Deutschland Deutsche Telekom, Commerzbank und Deutsche Post

Bei Apple stehen die iPhone-Nachfrage und der Ausblick auf das Weihnachtsquartal im Mittelpunkt. Die Zahlen von AMD und Super Micro Computer gelten als Test dafür, ob die Nachfrage nach KI-Hardware die jüngste Schwäche im Chipsektor auffangen kann. Alle Termine sind im Quartalszahlen-Kalender gesammelt.

Worauf Trader achten sollten

Die Woche bündelt politische, geldpolitische und unternehmensspezifische Risiken auf wenigen Handelstagen. Besonders die Nacht von Dienstag auf Mittwoch kann für Kurslücken sorgen, wenn die Wahlergebnisse aus den USA erst nach Börsenschluss feststehen. Ähnliches gilt für Apple, Palantir und AMD, die nach US-Handelsende berichten.

Wer in solchen Phasen mit gehebelten Produkten wie CFDs handelt, sollte die erhöhte Volatilität und mögliche Kurslücken in die Positionsgröße einrechnen. Ein Vergleich von Anbietern und Konditionen findet sich in unserer Broker-Topliste.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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