Fed-Protokoll: Mehrheit sieht weitere Zinserhöhung bis Jahresende

Fed-Protokoll: Mehrheit sieht weitere Zinserhöhung bis Jahresende

Fed-Protokoll: Mehrheit sieht weitere Zinserhöhung bis Jahresende

Die meisten Fed-Mitglieder halten laut Protokoll der September-Sitzung eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für angemessen. US-Renditen steigen auf den höchsten Stand seit 2002.

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Symbolbild: Säulenfassade einer Notenbank in der Abenddämmerung, davor eine steigende Renditekurve auf einem Börsenmonitor.

Fed-Protokoll signalisiert weitere Zinserhöhung bis Jahresende

Bildnachweis: Traden.de / KI-generiertes Symbolbild

Die US-Notenbank ist mit dem Zinserhöhen offenbar noch nicht fertig. Das Protokoll der Fed-Sitzung vom 15. und 16. September, das am Mittwoch, 7. Oktober 2026, veröffentlicht wurde, zeigt eine klare Mehrheit für einen weiteren Zinsschritt bis Jahresende. An den Märkten traf die Nachricht auf ohnehin nervöse Anleihen: Die Renditen langer US-Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit 2002, und Wall Street rutschte von den Rekordständen der Vortage ab.

Was im Fed-Protokoll steht

Im September hatte der Offenmarktausschuss (FOMC) den Leitzins einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 % angehoben. Damit hat die Fed erstmals seit Juli 2023 wieder gestrafft. Die Ausgangslage vor der Sitzung haben wir rund um den Fed-Zinsentscheid vom 16. September beleuchtet.

Die zentrale Passage im Protokoll ist eindeutig formuliert. „Most participants assessed that another increase in the target range for the federal funds rate would likely be appropriate by year end“, heißt es dort. Die meisten Teilnehmer halten also eine weitere Anhebung bis Ende 2026 für wahrscheinlich angemessen. Gleich danach folgt die übliche Einschränkung: Man gehe jede Sitzung „with an open mind“ an, die Entscheidungen hingen von den eingehenden Daten ab.

Inflation bleibt das Hauptproblem

Die Begründung liefert das Protokoll mit. Die Inflation sei weiterhin erhöht, und in den vergangenen Monaten habe man keine ausreichenden Fortschritte gesehen. Als Treiber nennen die Notenbanker drei Punkte:

  • geopolitische Entwicklungen, die Rohöl und Raffinerieprodukte verteuert haben

  • stark steigende Investitionen rund um Künstliche Intelligenz

  • mögliche weitere Zollerhöhungen, die mehrere Teilnehmer als zusätzliches Inflationsrisiko sehen

Den Arbeitsmarkt bewertet die Fed dagegen als stabil und nahe an der Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote dürfte nach Einschätzung der Teilnehmer in etwa auf dem aktuellen Niveau bleiben. Das gibt der Notenbank Spielraum, sich ganz auf die Inflation zu konzentrieren.

Hohe Renditen schrecken die Fed nicht

Für Anleger besonders interessant ist eine Passage zu den Finanzierungsbedingungen. Viele Teilnehmer erklärten, dass die Finanzierungsbedingungen trotz des jüngsten Anstiegs der langfristigen Renditen das Wachstum weiterhin stützten. Nur wenige sahen beim Immobilienmarkt eine Ausnahme. Wer darauf gehofft hatte, dass die gestiegenen Kapitalmarktzinsen der Fed einen Teil der Arbeit abnehmen, wird damit enttäuscht.

So reagierten die Märkte am 7. Oktober

Der Anleihemarkt stand schon vor der Veröffentlichung unter Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zeitweise über 5,35 % und erreichte damit den höchsten Stand seit 2002. Die 30-jährige Rendite schloss bei rund 5,66 %, ebenfalls ein Niveau, das es seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr gab. Den Hintergrund zum Anstieg am langen Ende haben wir beim Renditehoch der 30-jährigen US-Anleihen eingeordnet.

An der Wall Street endete die Rekordserie. Der S&P 500 verlor rund 0,2 % auf etwa 7.800 Punkte, die Nasdaq gab ebenfalls rund 0,2 % nach. Der Dow Jones fiel um gut 0,6 %. Die Verluste blieben also überschaubar, die Richtung war aber klar. Welche Sektoren besonders unter Druck standen, zeigt ein Blick auf die Heatmap.

Auch an anderen Märkten war der Renditeanstieg zu spüren:

  • Öl: Brent hielt sich über 101 US-Dollar je Barrel, WTI lag nahe 90 Dollar.

  • Gold: Der Goldpreis gab gut 1 % nach und notierte bei rund 4.110 Dollar je Feinunze. Höhere Realzinsen und ein fester Dollar belasten das zinslose Edelmetall.

  • Bitcoin: Die Kryptowährung fiel auf rund 83.000 Dollar. Innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von rund 696 Mio. Dollar zwangsweise aufgelöst.

Was das Protokoll für die Oktober-Sitzung bedeutet

Auffällig ist der Unterschied zwischen dem Ton des Protokolls und den Erwartungen am Markt. Laut Marktdaten vom 7. Oktober rechneten Händler nur mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 17 % mit einer Zinserhöhung auf der nächsten Sitzung am 27. und 28. Oktober. Der Markt geht also eher von einer Pause im Oktober aus. Die Formulierung „by year end“ lässt das ausdrücklich zu.

Damit rückt die Sitzung am 8. und 9. Dezember in den Fokus. Dort legt die Fed auch neue Wirtschaftsprojektionen vor, darunter den sogenannten Dot Plot mit den Zinserwartungen der einzelnen Mitglieder. Bis dahin entscheiden vor allem die Daten. Neue Inflationszahlen, Arbeitsmarktberichte und die Entwicklung des Ölpreises bestimmen, ob aus „wahrscheinlich angemessen“ ein konkreter Zinsschritt wird. Die Termine finden Trader im Wirtschaftskalender.

Einordnung für Trader

Das Protokoll ist keine Überraschung, aber eine Bestätigung. Die Fed sieht ihre Aufgabe noch nicht als erledigt an und lässt sich von hohen Anleiherenditen bisher nicht bremsen. Für zinssensible Anlageklassen wie Wachstumsaktien, Gold und Kryptowährungen bleibt das Umfeld damit anspruchsvoll. Gleichzeitig zeigt die verhaltene Reaktion der Aktienmärkte, dass ein Teil dieses Szenarios bereits eingepreist war.

Kurzfristig dürfte die Schwankungsbreite rund um Inflationsdaten und Fed-Reden hoch bleiben. Wer in diesem Umfeld mit Hebelprodukten wie CFDs handelt, sollte bedenken, dass solche Datentermine zu sprunghaften Kursbewegungen führen können. CFDs sind komplexe Instrumente, und Verluste können schnell bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals reichen. Ein sauberes Risikomanagement mit klar definierten Positionsgrößen ist deshalb wichtiger als eine feste Meinung zum nächsten Zinsschritt.

Wie andere Trader die Fed-Signale lesen, wird im Trading-Forum diskutiert.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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