SK Hynix mit Rekordquartal: 80 Prozent Marge, Kospi springt fast 6 Prozent

SK Hynix mit Rekordquartal: 80 Prozent Marge, Kospi springt fast 6 Prozent

SK Hynix mit Rekordquartal: 80 Prozent Marge, Kospi springt fast 6 Prozent

SK Hynix meldet ein Rekordquartal mit 80 % Marge und 100 Billionen Won für Aktionäre. Der Kospi springt fast 6 Prozent.

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Leuchtende HBM-Speicherchips auf einer Platine vor steigendem Kurschart in Blau und Grün

HBM-Chips im Fokus: SK Hynix meldet Rekordquartal

Bildnachweis: Traden.de / KI-generiertes Symbolbild

SK Hynix hat am Mittwoch, 28. Oktober 2026, das stärkste Quartal seiner Firmengeschichte vorgelegt und damit die Börse in Seoul in einen regelrechten Kaufrausch versetzt. Der Speicherchip-Hersteller meldete für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 83,3 Billionen Won, umgerechnet gut 62 Milliarden US-Dollar. Dazu kündigte der Konzern Ausschüttungen und Aktienrückkäufe von rund 100 Billionen Won für das Gesamtjahr an. Der Kospi sprang am Vormittag zeitweise fast 6 Prozent nach oben, die Korea Exchange musste den Programmhandel kurzzeitig aussetzen.

Für Trader ist das mehr als eine Einzelmeldung aus Korea. Die Zahlen gelten als Stimmungstest für den gesamten KI-Hardware-Komplex, und das ausgerechnet am Tag der Fed-Zinsentscheidung und wenige Stunden vor den Quartalszahlen von Microsoft und Alphabet.

Die Zahlen im Überblick

Beim operativen Gewinn lag SK Hynix klar über den Erwartungen der Analysten. Die wichtigsten Kennzahlen:

  • Umsatz: 104,6 Billionen Won, ein Plus von 328 Prozent zum Vorjahr und 32 Prozent zum Vorquartal. Erstmals lag der Quartalsumsatz über der Marke von 100 Billionen Won.

  • Operativer Gewinn: 83,3 Billionen Won, ein Plus von 632 Prozent zum Vorjahr und rund 38 Prozent zum Vorquartal.

  • Operative Marge: rund 80 Prozent, nach 72 Prozent im ersten und 76 Prozent im zweiten Quartal.

  • Nettokasse: 98,7 Billionen Won, bei liquiden Mitteln von 114,5 Billionen Won.

Mit diesem operativen Gewinn liegt SK Hynix nach einer Auswertung der Seoul Economic Daily im dritten Quartal weltweit auf Rang drei unter den großen Technologiekonzernen, hinter Samsung Electronics und knapp hinter Nvidia, aber vor Apple. Eine operative Marge von 80 Prozent ist für einen Hardware-Hersteller außergewöhnlich und zeigt, wie knapp Hochleistungsspeicher derzeit ist.

Was hinter dem Rekord steckt

Der wichtigste Treiber ist High Bandwidth Memory, kurz HBM. Diese gestapelten Speicherchips sitzen direkt neben den KI-Beschleunigern in Rechenzentren und gelten als Schlüsselkomponente für das Training großer Sprachmodelle. Laut Unternehmen hat die Auslieferung der neuen Generation HBM4 im dritten Quartal „in vollem Umfang" begonnen. Schon im vierten Quartal soll HBM4 die Vorgängergeneration HBM3E bei Volumen und Umsatz überholen.

Hinzu kommt ein starkes Geschäft mit Server-DDR5-Speicher sowie mit SSDs für Rechenzentren. Die stark gestiegenen Speicherpreise wirken zusätzlich als Hebel auf die Marge.

Bemerkenswert für die Einschätzung der Nachfrage: Nach Angaben von SK Hynix sind über langfristige Kundenverträge bereits mehr als 50 Prozent der Produktionskapazität für 2027 und 2028 gebunden. Für das kommende Jahr kündigte das Management zudem steigende Investitionen an.

Rund 100 Billionen Won für die Aktionäre

Fast ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Gewinnzahlen bekam das Ausschüttungsprogramm. Für 2026 plant SK Hynix Rückflüsse an die Aktionäre von rund 100 Billionen Won, umgerechnet etwa 75 Milliarden US-Dollar. Davon sollen mindestens 30 Billionen Won auf Dividenden und mindestens 60 Billionen Won auf Aktienrückkäufe und Einziehungen entfallen. Allein für das dritte Quartal sind eine Dividende von 20.000 Won je Aktie sowie Rückkäufe von 20 Billionen Won vorgesehen.

Kospi mit Sidecar, Samsung zieht mit

Die Reaktion am Markt fiel heftig aus. Der Kospi eröffnete gut 2 Prozent höher und lag gegen 11:20 Uhr Ortszeit mit einem Plus von 5,8 Prozent bei 5.965 Punkten. Weil der Kospi-200-Future mehr als eine Minute lang über 5 Prozent im Plus notierte, löste die Korea Exchange gegen 10 Uhr einen sogenannten Buy-Side-Sidecar aus: Kaufaufträge aus dem Programmhandel wurden für fünf Minuten ausgesetzt.

Die SK-Hynix-Aktie stieg am Vormittag um knapp 8 Prozent, Samsung Electronics legte im selben Umfang zu. Auch SK Square und Samsung Electro-Mechanics gewannen deutlich. Rückenwind kam bereits aus den USA: Der Philadelphia Semiconductor Index hatte am Dienstag um 3,6 Prozent zugelegt.

Der Kontrast zur Vorwoche ist groß. Noch am 20. Oktober hatten Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen den Kospi und die Chipwerte deutlich belastet. Die aktuellen Zahlen liefern nun ein starkes Gegenargument, ähnlich wie zuletzt die Rekordzahlen von Micron aus dem Speichersegment.

Worauf Trader jetzt achten

Mit den Zahlen aus Seoul ist der Tag noch lange nicht vorbei. Zwei Termine dürften entscheiden, ob die Chip-Rally auch an den westlichen Börsen trägt:

Fed-Entscheidung um 19 Uhr

Die US-Notenbank verkündet am 28. Oktober um 19:00 Uhr deutscher Zeit ihre Zinsentscheidung. Erwartet wird eine Pause. Entscheidend ist der Ausblick: Signale für weitere Zinserhöhungen könnten gerade hoch bewertete Tech- und Chipwerte unter Druck setzen.

Microsoft und Alphabet am Abend

Gegen 21:00 Uhr deutscher Zeit legen Microsoft und Alphabet ihre Quartalszahlen vor. Beide gehören zu den größten Abnehmern von KI-Rechenzentrumskapazität. Aussagen zu ihren Investitionsbudgets sind damit indirekt auch ein Gradmesser für die künftige HBM-Nachfrage. Alle wichtigen Termine der Berichtssaison bündelt der Quartalszahlen-Kalender, die Reaktion der einzelnen Sektoren lässt sich in der Heatmap verfolgen.

Klar ist auch: Nach einem solchen Kurssprung reagieren Chipwerte oft empfindlich auf jede Enttäuschung. Die hohe Bewertung des Sektors und die Abhängigkeit von wenigen Großkunden bleiben Risikofaktoren, die ein Rekordquartal allein nicht auflöst. Wer Chipaktien oder Indizes wie den Kospi über Hebelprodukte handeln möchte, sollte Anbieter und Kosten sorgfältig vergleichen, etwa über die Broker-Topliste.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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