In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, sind in Deutschland die Uhren von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgesprungen. Die USA stellen dagegen erst eine Woche später um, am 1. November. Für Trader in Deutschland hat diese Lücke eine sehr praktische Folge: Vom 26. bis 30. Oktober öffnet die Wall Street bereits um 14:30 Uhr statt wie gewohnt um 15:30 Uhr. Ausgerechnet in dieser Woche entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen, und Alphabet, Microsoft sowie Amazon legen ihre Quartalszahlen vor.
Warum sich die Handelszeiten verschieben
Die New York Stock Exchange und die Nasdaq handeln unverändert von 9:30 bis 16:00 Uhr Ortszeit. In New York gilt bis zum 1. November aber noch die Sommerzeit (EDT, UTC minus vier Stunden), während Deutschland seit Sonntag wieder Normalzeit hat (MEZ, UTC plus eine Stunde). Der Abstand schrumpft damit für fünf Handelstage von sechs auf fünf Stunden.
Für Trader heißt das in deutscher Zeit:
US-Börseneröffnung: 14:30 Uhr statt 15:30 Uhr
US-Handelsschluss: 21:00 Uhr statt 22:00 Uhr
US-Vorbörse: ab 9:00 Uhr statt ab 10:00 Uhr
Nachbörse: endet bereits um 1:00 Uhr nachts statt um 2:00 Uhr
Die deutschen Handelszeiten bleiben gleich. Xetra handelt weiter von 9:00 bis 17:30 Uhr, die Terminbörse Eurex von 7:30 bis 22:00 Uhr. Ab dem 2. November läuft alles wieder im bekannten Rhythmus mit Wall-Street-Eröffnung um 15:30 Uhr.
Mehr Überschneidung zwischen DAX und Wall Street
Die wichtigste Veränderung betrifft das Zeitfenster, in dem Frankfurt und New York gleichzeitig offen sind. Normalerweise überlappen sich Xetra und die US-Börsen nur zwei Stunden lang, von 15:30 bis 17:30 Uhr. In der kommenden Woche sind es drei Stunden, von 14:30 bis 17:30 Uhr.
Das kann sich auf das Verhalten im DAX auswirken. Die Eröffnungsphase in New York bringt oft deutlich mehr Volumen und stärkere Schwankungen in den Markt. Wer im DAX oder in DAX-Futures handelt, erlebt diesen Impuls nun eine Stunde früher. Wer gewohnt ist, sich um 15:30 Uhr auf die US-Eröffnung vorzubereiten, sollte Wecker, Alarme und Handelspläne entsprechend anpassen.
Auch bei Positionen über Nacht lohnt ein Blick auf die Uhr. Normalerweise enden der US-Kassahandel und der Eurex-Handel gleichzeitig um 22:00 Uhr. In dieser Woche schließt die Wall Street bereits um 21:00 Uhr, während die Eurex-Futures noch eine Stunde weiterlaufen, dann ohne regulären US-Handel im Hintergrund.
US-Termine rücken ebenfalls eine Stunde nach vorn
Nicht nur die Börsenglocke, auch alle US-Konjunkturdaten erscheinen aus deutscher Sicht früher. Laut der Wochenvorschau von dpa-AFX stehen unter anderem diese Termine an (alle Zeiten MEZ):
Dienstag, 27. Oktober, 13:30 Uhr: Auftragseingang langlebiger Güter für September
Dienstag, 27. Oktober, 15:00 Uhr: Verbrauchervertrauen des Conference Board für Oktober
Mittwoch, 28. Oktober, 19:00 Uhr: Zinsentscheid der US-Notenbank Fed
Donnerstag, 29. Oktober, 13:30 Uhr: erste Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal, dazu Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Einkommen und Konsumausgaben für September
Freitag, 30. Oktober, 13:30 Uhr: Arbeitskostenindex für das dritte Quartal
Besonders der Fed-Entscheid fällt damit in eine andere Tageszeit. Statt um 20:00 Uhr wird die Zinsentscheidung um 19:00 Uhr veröffentlicht, die anschließende Pressekonferenz beginnt entsprechend eine Stunde früher. Der EZB-Zinsentscheid am Donnerstag, den 29. Oktober, bleibt dagegen bei 14:15 Uhr, weil er nach europäischer Zeit terminiert ist. Er liegt in dieser Woche damit nur 45 Minuten vor der US-Eröffnung. Einen Überblick über die gesamte Woche mit allen Hintergründen liefert unsere Börsenwoche vom 26. bis 30. Oktober. Alle Termine mit Prognosen und Vorwerten finden Trader im Wirtschaftskalender.
Quartalszahlen nach US-Börsenschluss
Die großen US-Konzerne veröffentlichen ihre Zahlen in der Regel kurz nach dem Handelsschluss in New York. Auch diese Meldungen kommen in der kommenden Woche eine Stunde früher. Laut dpa-AFX sind Alphabet und Microsoft für Mittwoch, den 28. Oktober, gegen 21:05 Uhr angesetzt, also wenige Stunden nach dem Fed-Entscheid. Amazon folgt am Donnerstag, den 29. Oktober, gegen 22:05 Uhr, Intel am selben Abend gegen 21:00 Uhr.
Erste Kursreaktionen spielen sich dann in der Nachbörse ab, in der die Liquidität geringer und die Spreads oft breiter sind. Alle Berichtstermine stehen im Quartalszahlen-Kalender. Wie sich einzelne Sektoren und Schwergewichte im Tagesverlauf bewegen, zeigt die Heatmap.
Was Trader jetzt prüfen sollten
Viele Handelsplattformen zeigen Börsenzeiten in der Zeitzone des Servers oder des Brokers an. Nach der Umstellung lohnt deshalb ein kurzer Check, ob Chartzeiten, Kerzenschlusszeiten und Kalendereinträge korrekt in MEZ angezeigt werden. Das gilt auch für automatisierte Strategien, die zu festen Uhrzeiten handeln oder Orders platzieren. Eine Strategie, die auf die US-Eröffnung um 15:30 Uhr programmiert ist, würde in dieser Woche eine Stunde zu spät reagieren.
Ebenfalls wichtig sind die Handelszeiten bei CFD-Brokern, die sich am jeweiligen Basismarkt orientieren. Auf US-Indizes und US-Aktien verschieben sich die Kernhandelszeiten dort in der Regel ebenso. Beim Handel mit Hebelprodukten gilt grundsätzlich: CFDs sind komplexe Instrumente, und durch die Hebelwirkung besteht ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Wer einen Anbieter vergleichen möchte, findet in der Broker-Topliste eine Übersicht.
Ab Montag, dem 2. November, sind Europa und die USA wieder synchron. Dann öffnet die Wall Street erneut um 15:30 Uhr deutscher Zeit, und US-Daten erscheinen wieder um 14:30 Uhr.









