Bitcoin unter 80.000 Dollar: ETF-Anleger vor der Fed-Woche im Minus

Bitcoin unter 80.000 Dollar: ETF-Anleger vor der Fed-Woche im Minus

Bitcoin unter 80.000 Dollar: ETF-Anleger vor der Fed-Woche im Minus

Bitcoin fällt unter 80.000 US-Dollar und den Einstandspreis der ETF-Anleger. Vor Fed, EZB und BoJ rücken ETF-Flüsse und Ölpreis in den Fokus.

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Bitcoin-Münze vor einem Handelsmonitor mit rotem Kerzenchart, der eine Unterstützungslinie unterschreitet

Goldene Bitcoin-Münze vor rotem Kerzenchart mit gebrochener Unterstützung

Bitcoin ist am Wochenende erneut unter die Marke von 80.000 US-Dollar gerutscht. Am Montagmorgen, den 26. Oktober 2026, notierte die größte Kryptowährung laut Reuters bei 79.925,84 US-Dollar und damit 0,6 Prozent im Minus. Ether gab um 1,1 Prozent auf 2.317,33 US-Dollar nach. Brisant ist weniger die runde Zahl als das, was knapp darüber liegt: der durchschnittliche Einstandspreis der Käufer von Bitcoin-ETFs und die 50-Tage-Linie. Beide Marken hat der Kurs nun unterschritten, und das unmittelbar vor einer Woche mit drei großen Zentralbankentscheidungen.

Was am Wochenende passiert ist

Der Rücksetzer kam im dünnen Wochenendhandel. Nach Daten von 24/7 Wall St. fiel Bitcoin an der Börse Binance zeitweise bis auf 79.220 US-Dollar, das Wochentief lag bei 79.107 US-Dollar. Danach erholte sich der Kurs vorübergehend auf rund 80.300 US-Dollar, bevor er in der Nacht zum Montag wieder unter die 80.000er-Marke rutschte. Die Kryptobörse KuCoin meldete um 2:14 Uhr UTC einen Kurs von 79.891 US-Dollar.

Auffällig ist die enge Spanne der vergangenen Wochen, über die wir zuletzt bereits im Zusammenhang mit der Bitcoin-Konsolidierung sowie Neuigkeiten von Visa, Mastercard und der SEC berichtet haben. Laut KuCoin bewegt sich Bitcoin seit fast zwei Wochen zwischen 80.000 und 86.000 US-Dollar, die Schwankungsbreite hat sich von 13 auf 6 Prozent halbiert. Seit Anfang Oktober liegt Bitcoin rund 3,3 Prozent im Minus, auf Sicht von 90 Tagen steht dagegen noch ein Plus von 26,8 Prozent.

ETF-Anleger im Schnitt unter Wasser

Für Trader ist vor allem die Zone zwischen 80.000 und 82.000 US-Dollar interessant. Coinbase Institutional schätzt den durchschnittlichen Einstandspreis der Anleger in US-Spot-Bitcoin-ETFs auf rund 81.300 US-Dollar. Die 50-Tage-Linie verläuft nach Angaben von investingLive bei etwa 81.700 US-Dollar, 24/7 Wall St. nennt 81.798 US-Dollar. Beide Werte liegen damit über dem aktuellen Kurs.

Das ist mehr als eine charttechnische Fußnote. Liegt ein großer Teil der ETF-Käufer im Minus, steigt das Risiko, dass einige Anleger Positionen abbauen, statt auf eine Erholung zu warten. Coinbase Institutional beschreibt die Zone von 80.000 bis 82.000 US-Dollar deshalb als entscheidende Unterstützung.

Größter Tagesabfluss seit Juni

Die Flussdaten der Vorwoche passen ins Bild. Zum Wochenstart flossen noch kräftig Gelder in die US-Spot-ETFs, allein am Montag, den 19. Oktober, netto 526,7 Millionen US-Dollar. Am Donnerstag, den 22. Oktober, drehte das Bild: Mit 635,6 Millionen US-Dollar verzeichneten die Fonds den größten Tagesabfluss seit Juni. Am Freitag folgten weitere 137,9 Millionen US-Dollar. Über die gesamte Woche blieb nach vorläufigen Zahlen zwar ein Nettozufluss von 301,2 Millionen US-Dollar, im Oktober insgesamt liegen die Fonds aber mit 313,5 Millionen US-Dollar im Minus.

Beim größten Produkt, dem iShares Bitcoin Trust von BlackRock, zeigte sich das gleiche Muster. Am Montag flossen 665,2 Millionen US-Dollar zu, am Donnerstag und Freitag zogen Anleger zusammen gut 364 Millionen US-Dollar wieder ab.

Warum die Zentralbankwoche so wichtig ist

Den Rahmen für die nächsten Tage setzt die Geldpolitik. Am Mittwoch, den 28. Oktober, entscheidet die US-Notenbank Fed, das Statement kommt wegen der Zeitumstellung bereits um 19:00 Uhr deutscher Zeit. Am Donnerstag, den 29. Oktober, folgen die Europäische Zentralbank sowie die erste Schätzung zum US-Wachstum im dritten Quartal und die PCE-Inflationsdaten. Am Freitag, den 30. Oktober, ist die Bank of Japan an der Reihe. Alle Termine finden Sie im Wirtschaftskalender, einen Überblick über die gesamte Woche bietet unsere Börsenwoche vom 26. bis 30. Oktober.

Nach Reuters rechnen die Märkte bei allen drei Notenbanken mit unveränderten Leitzinsen. Chris Weston, Research-Chef beim Broker Pepperstone, sagte der Nachrichtenagentur, der Ausblick könne wichtiger sein als die Entscheidungen selbst. Für Bitcoin gilt das besonders: Signale zu länger hohen Zinsen belasten in der Regel riskantere Anlagen, während Hinweise auf eine Entspannung die Stimmung stützen können.

Ölpreis und Renditen als zweite Baustelle

Hinzu kommt die Lage am Ölmarkt. Brent hatte in der Vorwoche den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht, am Montagmorgen fiel der Preis laut Reuters um mehr als 1 Prozent auf rund 115 US-Dollar je Barrel. Hintergrund sind Vermittlungsbemühungen Katars in Teheran, die nach Angaben der Agentur in Abstimmung mit den USA zur Entspannung in der Region beitragen sollen. Gleichzeitig gaben die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,974 Prozent nach. Ein nachlassender Inflationsdruck über den Ölpreis wäre für Kryptowährungen grundsätzlich eher hilfreich, die Lage bleibt aber fragil.

Welche Marken Trader jetzt beobachten

Aus den genannten Analysen ergeben sich einige Orientierungspunkte, die Trader im Blick behalten können:

  • 80.000 bis 82.000 US-Dollar: Zone aus ETF-Einstandspreis und 50-Tage-Linie. Eine Rückkehr darüber würde den Rücksetzer relativieren.

  • 77.600 US-Dollar: Der sogenannte True Market Mean von Glassnode, laut 24/7 Wall St. die nächste größere Unterstützung. Zuletzt notierte Bitcoin am 18. September auf diesem Niveau.

  • 73.000 bis 75.000 US-Dollar: Diese Zone nennt investingLive als mögliches Ziel, falls die Unterstützung nachhaltig bricht.

Keine dieser Marken ist eine Garantie für eine bestimmte Kursreaktion. Gerade an Zentralbanktagen können Bewegungen schnell und in beide Richtungen ausfallen. Wer Bitcoin über CFDs oder andere Hebelprodukte handelt, sollte bedenken, dass sich Verluste dabei schnell vervielfachen können und Stop-Orders in sehr schnellen Märkten mit Abweichung ausgeführt werden können. Einen Vergleich regulierter Anbieter bietet unsere Broker-Topliste.

Fazit

Bitcoin startet mit einem Kurs knapp unter 80.000 US-Dollar in eine der wichtigsten Wochen des Herbstes. Der Bruch der Zone um den ETF-Einstandspreis ist ein Warnsignal, entscheidend dürfte aber sein, wie die Fed am Mittwochabend ihren weiteren Kurs beschreibt. Bis dahin spricht viel dafür, dass ETF-Flüsse und Ölpreis die Richtung im Kryptomarkt mitbestimmen.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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