Die Börsenwoche vom 26. bis 30. Oktober 2026 bündelt so viele Kurstreiber wie kaum eine andere in diesem Herbst. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank entscheiden über die Zinsen, Alphabet, Microsoft und Amazon legen ihre Quartalszahlen vor, und zum Wochenschluss folgen BIP- und Inflationsdaten aus Deutschland. Das alles trifft auf einen Markt, der ohnehin angeschlagen ist.
Ausgangslage: DAX mit Wochenminus von 1,8 Prozent
Der DAX hat die vergangene Woche schwach beendet. Am Freitag, 23. Oktober, schloss der Leitindex 0,75 Prozent tiefer bei 25.181,65 Punkten, auf Wochensicht steht ein Minus von 1,8 Prozent. Der MDax verlor am Freitag 0,70 Prozent auf 29.876,31 Punkte, der EuroStoxx 50 gab um 0,31 Prozent auf 6.068,22 Punkte nach. Damit rutschte der DAX unter seine 21-Tage-Linie, hielt sich aber über der runden Marke von 25.000 Punkten.
Drei Belastungsfaktoren dominieren laut dpa-AFX das Bild. Erstens der hohe Ölpreis: Die Nordseesorte Brent war nach Huthi-Angriffen auf Saudi-Arabien am 22. Oktober auf 113 Dollar gestiegen, mehr dazu in unserer Analyse zum Ölpreis-Sprung. Zweitens die politische Unruhe in Frankreich, die Fragen zur Kreditwürdigkeit des Landes aufwirft. Drittens wachsende Zweifel an den hohen KI-Investitionen. An der Nasdaq kam es am 22. Oktober zum größten Tagesverlust seit Juni, ausgelöst durch enttäuschende Zahlen von Meta und Lam Research.
Fed am Mittwoch: Pause vor den Zwischenwahlen erwartet
Die US-Notenbank tagt am 27. und 28. Oktober, die Entscheidung folgt am Mittwoch um 19:00 Uhr deutscher Zeit. Der Leitzins liegt nach der Erhöhung im September in einer Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Für Oktober rechnet der Markt kaum mit einem weiteren Schritt: Laut Reuters liegt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei nur rund 5 Prozent. Für Dezember sehen die Terminmärkte dagegen eine Wahrscheinlichkeit von etwa 80 Prozent.
Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck, verweist auf das politische Umfeld. Die steigende US-Inflation spreche eigentlich für eine Erhöhung, doch die Fed tage nur sechs Tage vor den Zwischenwahlen am 3. November und dürfte sich deshalb zurückhalten. Für Trader rücken damit weniger die Entscheidung selbst als die Pressekonferenz und mögliche Signale für Dezember in den Fokus.
EZB am Donnerstag: Einlagensatz bleibt wohl bei 2,50 Prozent
Einen Tag später entscheidet die EZB. Das Ergebnis wird am Donnerstag, 29. Oktober, um 14:15 Uhr veröffentlicht, die Pressekonferenz beginnt um 14:45 Uhr. Der Einlagensatz liegt nach der Erhöhung im September bei 2,50 Prozent. Analysten erwarten keine Änderung, halten aber wie bei der Fed einen weiteren Schritt im Dezember für möglich.
Big Tech: Alphabet, Microsoft und Amazon unter Beobachtung
Nach dem Kursrutsch bei Meta stehen die übrigen Hyperscaler unter besonderer Beobachtung. Alphabet und Microsoft berichten am Mittwochabend nach US-Börsenschluss, also nur wenige Stunden nach der Fed-Entscheidung. Amazon folgt am Donnerstag, ebenso Intel. Laut Reuters dürften die großen Cloud-Konzerne in diesem Jahr zusammen rund 800 Milliarden Dollar investieren.
Entscheidend wird sein, ob die Unternehmen zeigen können, dass sich diese Ausgaben auszahlen. Eckhard Schulte von MainSky Asset Management formuliert es so: Nicht mehr die größten Investitionsversprechen, sondern tatsächliche Gewinne würden über die KI-Story entscheiden. Insgesamt legt in dieser Woche etwa ein Drittel der S&P-500-Unternehmen Zahlen vor, darunter auch Eli Lilly, Caterpillar, Exxon Mobil und Chevron. Alle Termine finden Sie im Quartalszahlen-Kalender.
DAX-Konzerne: Banken, Chemie und Autos
Auch in Deutschland läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. Am Dienstag öffnen Porsche AG und Beiersdorf ihre Bücher. Am Mittwoch folgen BASF, Deutsche Bank, Mercedes-Benz und Symrise. Am Donnerstag berichten Volkswagen, Adidas und MTU Aero Engines, am Freitag Puma. Gerade bei den Autobauern dürften Aussagen zu Margen und zur Nachfrage in China genau verfolgt werden.
Konjunkturdaten: ifo, US-BIP und deutsche Inflation
Den Auftakt macht am Montag um 10:00 Uhr der ifo-Geschäftsklimaindex für Oktober. Am Dienstag folgt das US-Verbrauchervertrauen. Am Donnerstag um 13:30 Uhr veröffentlichen die USA die erste Schätzung zum Wachstum im dritten Quartal.
Der Freitag bringt eine dichte Datenlage aus Europa: das BIP für Frankreich, Deutschland und die Eurozone, die deutschen Arbeitsmarktdaten sowie die vorläufige deutsche Inflationsrate für Oktober. Während für die USA ein solides Wachstum erwartet wird, ist für Deutschland laut dpa-AFX sogar ein leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung nicht ausgeschlossen. Am Sonntag, 1. November, trifft sich zudem die Opec+. Uhrzeiten und Konsensschätzungen stehen im Wirtschaftskalender.
Worauf Trader in dieser Woche achten
Besonders eng getaktet ist der Mittwochabend: Dann folgen Fed-Entscheidung und die Zahlen von Alphabet und Microsoft innerhalb weniger Stunden aufeinander, entsprechend kann die Volatilität bei US-Indizes und Technologiewerten deutlich steigen. Wie breit sich Bewegungen über Sektoren verteilen, lässt sich in der Heatmap verfolgen.
Für den DAX bleibt die Zone um 25.000 Punkte die viel beachtete Marke. Wichtige Einflussgrößen sind der Ölpreis, die Signale beider Notenbanken für Dezember und die Frage, ob Big Tech die KI-Zweifel ausräumen kann. Wer auf solche Ereignisse mit gehebelten Produkten reagiert, sollte das Risiko klar begrenzen: CFDs und andere Hebelprodukte können bei starken Kursausschlägen schnell zu hohen Verlusten führen. Einen Überblick über regulierte Anbieter bietet die Broker-Topliste.









