OPEC+ hält Förderziele für November stabil: Saudi-Arabien senkt Ölpreise für Asien

OPEC+ hält Förderziele für November stabil: Saudi-Arabien senkt Ölpreise für Asien

OPEC+ hält Förderziele für November stabil: Saudi-Arabien senkt Ölpreise für Asien

Die OPEC+ verlängert ihre Förderpause auch im November. Saudi-Arabien senkt zugleich die Ölpreise für Asien, Brent schwankt um 102 US-Dollar.

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Börsenfassade in der Abenddämmerung mit Wochenkalender, EZB-Turm-Silhouette und goldener Chart-Symbolik im Hintergrund

Die OPEC+ hält still. Die sieben Kernländer der Allianz haben am Sonntag, 4. Oktober 2026, in einer Onlinesitzung beschlossen, ihre Förderziele für November nicht zu verändern. Damit verlängert die Gruppe die Pause, die sie im Oktober nach sechs Monaten schrittweiser Erhöhungen eingelegt hatte. Für den Ölmarkt ist die Entscheidung allerdings nur ein Faktor unter mehreren: Am selben Wochenende senkte Saudi-Arabien überraschend seine Verkaufspreise für Asien, und die Huthi-Miliz meldete Angriffe auf Anlagen von Saudi Aramco.

Was die OPEC+ beschlossen hat

Zum Kreis der Kernländer gehören Saudi-Arabien, Russland, der Irak, Kuwait, Algerien, Kasachstan und Oman. Laut der Erklärung der Gruppe gilt für November weiterhin das Produktionsniveau, das für September festgelegt worden war. Die gemeinsame Quote der sieben Länder liegt nach Angaben der Zeitung The National bei rund 31 Millionen Barrel pro Tag. Die freiwilligen Kürzungen von 1,65 Millionen Barrel pro Tag waren bis September vollständig zurückgenommen worden. Weitere Kürzungen im Umfang von rund 2 Millionen Barrel pro Tag bleiben bis zum Jahresende in Kraft.

Das nächste Treffen der Kernländer ist für den 1. November angesetzt. Laut mit den Beratungen vertrauten Quellen gelten Änderungen der Förderpolitik vor 2027 als unwahrscheinlich.

Quoten auf dem Papier, Förderung darunter

Wichtiger als die Quote ist für Trader die tatsächliche Förderung. Die sieben Länder pumpten im August zusammen etwa 25 Millionen Barrel pro Tag. Das waren rund 630.000 Barrel mehr als im Juli, aber immer noch etwa 5 Millionen Barrel weniger als im Februar vor Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Exporte der Golfstaaten schwankten in den vergangenen Monaten zwischen 60 und 80 Prozent des normalen Niveaus. Die Erhöhungen aus dem Frühjahr standen damit weitgehend nur auf dem Papier.

Auch die geplante Überprüfung der Förderkapazitäten der einzelnen Mitglieder verzögert sich. Der Bericht des Beratungsunternehmens DeGolyer and MacNaughton wird nun für Mitte November erwartet, ursprünglich war Ende September vorgesehen.

Saudi-Arabien senkt die Preise für Asien

Für den Ölmarkt mindestens ebenso aufschlussreich ist eine zweite Entscheidung vom Wochenende. Saudi Aramco hat den offiziellen Verkaufspreis für die Sorte Arab Light in Asien für November um 3 US-Dollar je Barrel gesenkt. Die Sorte kostet damit 5 US-Dollar weniger als der Durchschnitt der Referenzsorten Oman und Dubai. Das ist der größte Abschlag seit Juni 2020. In einer Reuters-Umfrage hatten Marktteilnehmer zuvor mit einer Erhöhung um 3 US-Dollar gerechnet.

Für die schwereren Sorten Arab Medium und Arab Heavy fielen die Senkungen mit 5 US-Dollar je Barrel noch deutlicher aus. Nach Nordwesteuropa erhöhte Aramco die Preise dagegen um 3 US-Dollar, nachdem die Exporte über den Hafen Yanbu am Roten Meer wieder angelaufen waren. Die Preissenkung deutet darauf hin, dass Saudi-Arabien mit der Erholung der Exporte Marktanteile in Asien zurückgewinnen will.

So reagiert der Ölpreis

Brent war am Freitag, 2. Oktober, mit 102,25 US-Dollar je Barrel aus dem Handel gegangen, WTI mit 91,11 US-Dollar. Auf Wochensicht verlor Brent rund 2 Prozent. Vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte der Preis noch bei etwa 73 US-Dollar gelegen, das bisherige Jahreshoch markierte Brent Ende April bei rund 126 US-Dollar.

Zum Wochenstart am Montag, 5. Oktober, zeigte sich ein gemischtes Bild. Im frühen asiatischen Handel stieg Brent zeitweise um 0,8 Prozent auf 103,06 US-Dollar, WTI auf 91,57 US-Dollar. Auslöser war die Meldung der jemenitischen Huthi-Miliz, sie habe Raketen und Drohnen auf Aramco-Anlagen in Riad und in der Region Khurais abgefeuert. Eine Bestätigung aus Saudi-Arabien lag zunächst nicht vor. Im weiteren Verlauf gab der Preis die Gewinne wieder ab und bewegte sich in Richtung 102 US-Dollar. Dämpfend wirkten die sich erholenden Exporte aus dem Nahen Osten und die von den G7 beschlossene Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus strategischen Reserven.

Worauf Trader jetzt achten sollten

Die unveränderte Quote war erwartet worden und liefert für sich genommen kaum neue Impulse. Entscheidend ist, wie schnell die tatsächliche Förderung und die Exporte der Golfstaaten wieder an das Vorkriegsniveau heranrücken. Die aggressiven Preissenkungen für Asien sprechen dafür, dass mehr Angebot den Weg auf den Markt sucht. Dem stehen die anhaltenden Risiken in der Region gegenüber, wie die Meldungen über Angriffe auf saudische Anlagen zeigen. Analyst Giovanni Staunovo von der UBS bezeichnete den Ölmarkt trotz der stabilen Förderziele weiterhin als angespannt.

Für die laufende Woche stehen weitere Termine an, die den Ölpreis bewegen können. Am Mittwoch, 7. Oktober, veröffentlicht die US-Energiebehörde EIA um 16:30 Uhr ihre wöchentlichen Lagerdaten, am selben Abend folgt das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung. Einen Überblick über alle Termine gibt unsere Börsenwoche vom 5. bis 9. Oktober, die Uhrzeiten stehen im Wirtschaftskalender. Wie sich große Marktteilnehmer im Rohöl positionieren, zeigen die COT-Daten.

Bemerkenswert bleibt zudem die Lage bei den Ölprodukten. Der Dieselpreis hatte sich zuletzt deutlich vom Rohöl abgekoppelt, wie wir im Artikel zum Diesel-Rekord und der Divergenz zum Ölpreis beschrieben haben. Die Freigabe der G7 umfasst ausdrücklich auch Diesel und könnte diesen Abstand beeinflussen.

Ölpreise reagieren auf geopolitische Meldungen oft sprunghaft, und Bewegungen können sich innerhalb kurzer Zeit wieder umkehren. Die genannten Szenarien sind keine Prognose. Wie andere Trader die Lage am Ölmarkt einschätzen, wird im Trading-Forum diskutiert.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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