Nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht starten die Märkte mit veränderten Zinserwartungen in die 41. Kalenderwoche. Den Auftakt liefert die OPEC+, deren Kernländer am Sonntag, 4. Oktober 2026, online über die Förderziele für November beraten. Danach folgen bis Freitag, 9. Oktober, der ISM-Dienstleistungsindex, das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung, das Protokoll der EZB und mit PepsiCo ein erster großer US-Konzern mit Zahlen zum dritten Quartal.
Ausgangslage nach dem Jobreport
Die USA haben im September außerhalb der Landwirtschaft nur 29.000 neue Stellen geschaffen. Ökonomen hatten mit deutlich mehr gerechnet. Die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der Fed im Oktober sind daraufhin stark gesunken. Die Details haben wir im Artikel zum US-Jobreport für September zusammengefasst.
Der DAX profitierte am Freitag, 2. Oktober, von der Entlastung bei den Zinsen und kehrte über die Marke von 25.000 Punkten zurück. Am Vortag war der Leitindex noch darunter gefallen, belastet von steigenden Anleiherenditen. Auf Wochensicht blieb trotz der Erholung ein Minus. Der Druck von der Zinsseite ist damit nicht verschwunden: Die zehnjährigen US-Staatsanleihen rentieren weiterhin über 5 Prozent, und die Inflation im Euroraum lag im September laut Schnellschätzung bei 3,8 Prozent.
Ölmarkt: OPEC+ und strategische Reserven
Treffen am Sonntag
Die Kernländer der OPEC+ um Saudi-Arabien und Russland legen am 4. Oktober die Produktionsziele für November fest. Im Vorfeld galt eine unveränderte Quote als wahrscheinlichstes Szenario, nachdem die Gruppe bereits Anfang September die Ziele für Oktober nicht angetastet hatte. Wichtig für die Einordnung: Die tatsächliche Förderung lag zuletzt unter den offiziellen Zielen. Eine Änderung auf dem Papier bedeutet daher nicht automatisch mehr oder weniger Barrel am Markt.
Freigabe aus Notreserven
Parallel dazu wirkt ein zweiter Faktor auf das Angebot. Laut dem Nachrichtendienst Newsquawk bestätigten die G7 am 2. Oktober eine Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus strategischen Reserven, verteilt über vier Monate. Brent ging am Freitag nach starken Schwankungen mit 102,25 US-Dollar je Barrel aus dem Handel, WTI mit 91,11 US-Dollar. Wie der Markt die OPEC+-Entscheidung und die Reservefreigabe gemeinsam verarbeitet, zeigt sich zum Handelsstart am Montag. Zusätzliche Hinweise liefern am Mittwoch um 16:30 Uhr die wöchentlichen US-Lagerdaten der Energiebehörde EIA. Wer die Positionierung großer Marktteilnehmer im Öl verfolgen möchte, findet sie in den COT-Daten.
Die wichtigsten Termine der Woche
Montag, 5. Oktober
Am Vormittag erscheinen die finalen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor aus Deutschland und der Eurozone, um 10:30 Uhr folgt der Sentix-Konjunkturindex für Oktober. Der wichtigste Termin des Tages ist um 16:00 Uhr der ISM-Index für den US-Dienstleistungssektor. Nach dem schwachen Arbeitsmarkt richtet sich der Blick besonders auf die Beschäftigungs- und Preiskomponente. Unternehmensseitig lädt die Deutsche Telekom zu einem AI Investor Day.
Dienstag und Mittwoch, 6. und 7. Oktober
Am Dienstag meldet das Statistische Bundesamt um 8:00 Uhr den Auftragseingang der deutschen Industrie für August, am Mittwoch folgt die Produktion. Beide Zahlen zeigen, wie die Industrie mit hohen Energiepreisen und gestiegenen Zinsen zurechtkommt. In den USA steht am Dienstag die Handelsbilanz für August an.
Der Höhepunkt der Wochenmitte ist am Mittwoch um 20:00 Uhr das Protokoll der Fed-Sitzung vom 15. und 16. September. Trader werden darauf achten, wie breit die Unterstützung im Gremium für weitere Zinserhöhungen war. Fed-Vize Philip Jefferson hatte zuletzt erklärt, er sehe keine Dringlichkeit für einen weiteren Zinsschritt. Am selben Tag hält Porsche einen Kapitalmarkttag zur Strategie ab.
Donnerstag, 8. Oktober
Um 12:00 Uhr legt PepsiCo die Zahlen zum dritten Quartal vor. Als einer der ersten großen US-Konzerne der Berichtssaison liefert der Getränke- und Snackhersteller Hinweise auf Konsumlaune und Kostendruck. Weitere Termine stehen im Quartalszahlen-Kalender. Um 13:30 Uhr veröffentlicht die EZB das Protokoll ihrer Ratssitzung vom 9. und 10. September, um 14:30 Uhr folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Am Abend äußert sich Mercedes-Benz in einem Pre-Close-Call zum dritten Quartal.
Freitag, 9. Oktober
Zum Wochenschluss veröffentlicht die Universität Michigan um 16:00 Uhr die erste Schätzung der Verbraucherstimmung für Oktober. Neben der Stimmung selbst sind die Inflationserwartungen der Verbraucher für die Fed von Bedeutung. In Österreich legt OMV ein Trading Update zum dritten Quartal vor. Alle Termine mit Uhrzeiten finden sich im Wirtschaftskalender.
Worauf Trader achten sollten
Die Woche ist weniger von einem einzelnen Großereignis geprägt als von der Frage, ob sich die Zinserwartungen nach dem Jobreport stabilisieren. Ein robuster ISM-Wert oder ein Fed-Protokoll mit klarer Neigung zu weiteren Erhöhungen könnte die Renditen erneut steigen lassen. Schwächere Daten würden dagegen die Hoffnung auf eine Pause stützen. Am Ölmarkt treffen mit der OPEC+-Entscheidung und der Reservefreigabe zwei gegenläufige Kräfte aufeinander, was die Schwankungsbreite erhöhen kann.
Für den DAX bleibt die Marke von 25.000 Punkten ein viel beachteter Bereich, nachdem der Index sie innerhalb weniger Tage unter- und wieder überschritten hat. Wie andere Trader die Lage einschätzen, wird im Trading-Forum diskutiert.
Marktreaktionen auf Konjunkturdaten und Notenbanksignale können kurzfristig stark ausfallen und sich ebenso schnell wieder umkehren. Die genannten Szenarien sind keine Prognose und keine Garantie für künftige Kursverläufe.








