Nasdaq und Nvidia auf Rekordhoch: Tech-Rally trotzt Renditen nahe 2002er-Hochs

Nasdaq und Nvidia auf Rekordhoch: Tech-Rally trotzt Renditen nahe 2002er-Hochs

Nasdaq und Nvidia auf Rekordhoch: Tech-Rally trotzt Renditen nahe 2002er-Hochs

Der Nasdaq schließt auf Rekordhoch, Nvidia erstmals seit Mai ebenfalls. Treiber sind Chipwerte und Übernahmen, während die US-Renditen weiter steigen.

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Symbolbild: Leuchtender Mikrochip auf einer Platine vor steigender Kurslinie und abstrakter Anleihe-Zinskurve.

Symbolbild: Tech-Rally und steigende Anleiherenditen

Die Wall Street hat am Montag, 5. Oktober 2026, ein bemerkenswertes Signal gesendet. Der Nasdaq Composite schloss auf einem neuen Rekordhoch, Nvidia markierte erstmals seit Mai wieder einen Rekordschlusskurs. Und das, obwohl die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen weiter stiegen und sich in der Nähe ihrer höchsten Stände seit 2002 bewegen. Für Trader stellt sich damit eine Frage, die den Herbst prägen dürfte: Wie lange kann die Technologierally dem Druck vom Anleihemarkt standhalten?

Die Zahlen vom Montag

Der Nasdaq Composite stieg um 1,05 Prozent auf 27.477,31 Punkte. Im Tagesverlauf erreichte der Index sogar 27.544,07 Punkte. Der S&P 500 legte um 0,66 Prozent auf 7.773,99 Punkte zu, der Dow Jones gewann 0,18 Prozent auf 51.267,90 Punkte. Auch der Russell 2000 mit kleineren US-Werten schloss 0,72 Prozent fester.

Getragen wurde der Anstieg vor allem von den großen Technologiewerten. Nvidia kletterte um 2,12 Prozent auf 238,90 US-Dollar. Der bisherige Rekordschluss lag bei 235,74 US-Dollar und stammte vom 14. Mai. Microsoft gewann 1,48 Prozent auf 525,15 US-Dollar, Meta Platforms und Tesla legten jeweils rund 2 Prozent zu. Wer sehen möchte, welche Sektoren und Einzelwerte den Markt an solchen Tagen tragen, findet in unserer Heatmap einen schnellen Überblick.

TSMC, Terafab und die Chipbranche

Zusätzlichen Schwung für die Halbleiterwerte brachte eine Äußerung von Elon Musk. Auf der Plattform X bestätigte er am Wochenende frühe Gespräche mit dem taiwanischen Auftragsfertiger TSMC über eine Zusammenarbeit bei seinem Chipprojekt Terafab. Sein Kommentar fiel knapp aus: Es seien nur Gespräche, aber vielleicht werde etwas daraus.

Terafab ist eine geplante Chipfabrik in Texas, die Tesla, SpaceX und xAI mit Halbleitern versorgen soll. Intel ist seit April als Partner an Bord. Die TSMC-Aktie schloss in New York 2,75 Prozent höher bei 485,80 US-Dollar und erreichte ein Rekordhoch. Seit Jahresbeginn liegt das Papier damit mehr als 60 Prozent im Plus. Die Aktie von Intel, das selbst an Terafab beteiligt ist, verlor dagegen mehr als 2 Prozent.

Ein kräftiges Plus verbuchte auch SpaceX. Die Aktie stieg um 7,63 Prozent auf 171,09 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juni. Auslöser war eine positive Einschätzung von Morgan Stanley, deren Analysten das Unternehmen als unterbewertet bezeichneten.

Übernahmen als zweiter Treiber

Neben den Chipwerten lieferten Übernahmen Impulse. Der französische Industriekonzern Schneider Electric will den US-Softwareanbieter PTC für 205 US-Dollar je Aktie in bar übernehmen. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 22,6 Milliarden US-Dollar. Der Preis liegt 42,3 Prozent über dem letzten Schlusskurs von PTC vor der Ankündigung. Die PTC-Aktie sprang um rund 30 Prozent nach oben. Der Abschluss ist bis zum dritten Quartal 2027 geplant und steht unter dem Vorbehalt der Genehmigungen.

Für europäische Anleger ist die andere Seite des Deals interessant. Die Aktie von Schneider Electric geriet in Paris laut Investing.com um rund 7 Prozent unter Druck. Der Konzern will den Kauf zu einem großen Teil über neue Schulden finanzieren. Bei Renditen auf dem aktuellen Niveau ist das ein Kostenfaktor, den der Markt offenbar kritisch sieht.

Zusätzlich kündigte der Logistikkonzern C.H. Robinson die Übernahme von RXO für 5,8 Milliarden US-Dollar an. Die RXO-Aktie gewann 21,8 Prozent.

Der Anleihemarkt bleibt die offene Flanke

Die Kehrseite des Tages zeigte sich bei den US-Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg um mehrere Basispunkte auf rund 5,3 Prozent, die dreißigjährige Rendite kletterte auf knapp 5,7 Prozent. Damit bewegen sich die langen Laufzeiten weiter in der Nähe der höchsten Stände seit 2002.

Neue Nahrung bekam die Sorge um die Inflation durch den ISM-Index für den US-Dienstleistungssektor. Der Einkaufsmanagerindex fiel im September auf 54,9 Punkte nach 55,4 Punkten im August und signalisiert damit weiter Wachstum. Deutlicher fiel die Preiskomponente aus: Sie stieg um 1,4 Punkte auf 74 Punkte. Der Zwölfmonatsdurchschnitt dieses Teilindex erreichte den höchsten Stand seit März 2023. Die Beschäftigungskomponente stieg auf 50,1 Punkte und lag damit knapp über der Wachstumsschwelle.

Die Marktbeobachter von FXEmpire fassten die Lage so zusammen: Anleiheverkäufer treiben die langfristigen Zinsen nach oben, und Trader kaufen weiter die Unternehmen, denen sie trotzdem Wachstum zutrauen.

Worauf Trader jetzt achten sollten

Die Rally konzentriert sich auf wenige große Werte mit KI-Bezug. Das macht den Gesamtmarkt anfällig, falls die Renditen weiter steigen oder einzelne Schwergewichte enttäuschen. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung und senken rechnerisch den Wert künftiger Gewinne. Davon sind wachstumsstarke Technologiewerte besonders betroffen.

Der nächste wichtige Termin ist das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung am Mittwoch, 7. Oktober. Es dürfte zeigen, wie die Notenbank den schwachen Arbeitsmarkt und die hartnäckigen Preissteigerungen gegeneinander abwägt. Die genauen Uhrzeiten stehen im Wirtschaftskalender. Danach rückt die Berichtssaison zum dritten Quartal in den Fokus, die wie üblich Mitte Oktober mit den großen US-Banken beginnt. Die Termine sammelt der Quartalszahlen-Kalender.

Wie stark die Nachfrage nach KI-Hardware derzeit ist, hatten zuletzt die Zahlen von Micron gezeigt. Einordnung dazu bietet unser Artikel zum Micron-Rekordquartal. Ob die Bewertungen der Chipwerte damit gerechtfertigt sind, bleibt eine offene Frage, die im Trading-Forum diskutiert wird.

Rekordhochs sind keine Garantie für weitere Kursgewinne. Gerade bei steigenden Renditen können Gewinne in hoch bewerteten Technologiewerten schnell wieder abgegeben werden. Die genannten Entwicklungen stellen keine Prognose dar.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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