Die vergangene Handelswoche endete mit einem DAX-Stand von 25.409 Punkten und einem leichten Wochenplus, doch die eigentliche Bewährungsprobe für Trader beginnt erst jetzt. Zwischen dem 29. September und dem 3. Oktober 2026 bündeln sich gleich mehrere Konjunkturdaten, die über den nächsten Zinsschritt der US-Notenbank mitentscheiden dürften. Fed-Chef Kevin Warsh hatte die Zinsen am 16. September um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben, den ersten Schritt seit 2023. Ob im Oktober ein weiterer folgt, hängt maßgeblich von den Zahlen dieser Woche ab.
Diese Termine bewegen die Märkte
Der Kalender ist in dieser Woche außergewöhnlich dicht. Am Dienstag, den 29. September, stehen der Case-Shiller-Hauspreisindex, die JOLTS-Stellenangebote und das Verbrauchervertrauen an. Am Mittwoch, den 30. September, folgen der ADP-Beschäftigungsbericht, die dritte Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt sowie die PCE-Preisdaten für August. Donnerstag, der 1. Oktober, bringt die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und den ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie. Den Abschluss bildet am Freitag, den 2. Oktober, der US-Arbeitsmarktbericht für September, ergänzt um die Auftragseingänge der Industrie. Wer die Termine im Blick behalten will, findet sie gebündelt im Wirtschaftskalender.
PCE-Daten als Fieberthermometer für die Fed
Besondere Aufmerksamkeit gilt am Mittwoch dem PCE-Kernindex, dem von der Fed bevorzugten Inflationsmaß. Warsh hatte bereits Ende August in Jackson Hole betont, die Inflationsentwicklung zeige noch keine nachhaltige Besserung, auch wegen möglicher Preiseffekte durch den milliardenschweren Ausbau der KI-Infrastruktur. Fällt der PCE-Wert höher aus als erwartet, dürfte das die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung im Oktober zusätzlich befeuern.
Der Jobreport als Zünglein an der Waage
Der eigentliche Schwerpunkt der Woche liegt jedoch auf Freitag. Der US-Arbeitsmarktbericht gilt als wichtigster Einzeltermin, weil er sowohl die Wachstums- als auch die Inflationsseite der Fed-Entscheidung berührt. Ein überraschend starker Bericht würde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Anhebung erhöhen und könnte kurzfristige Renditen weiter anziehen lassen, die zweijährige US-Staatsanleihe notierte zuletzt bei rund 4,90 Prozent. Ein schwacher Bericht dagegen würde Spekulationen nähren, wonach die Fed nach dem September-Schritt zunächst pausiert. Beide Szenarien dürften kurzfristig für spürbare Bewegung an Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkten sorgen.
Volatilität abseits der Aktienmärkte
Auch abseits der klassischen Aktienindizes bleibt die Lage angespannt. Am Bitcoin-Markt lief am 25. September einer der größten Optionsverfallstermine des Jahres aus, rund 15,6 Milliarden US-Dollar an Kontrakten wurden fällig. Der Kurs hielt sich dabei im Bereich um 83.000 bis 84.000 Dollar, während Adressen mit größeren Bitcoin-Beständen seit Mitte Juli per saldo weiter zukauften. Viele Marktteilnehmer werten das als Unterstützungssignal, eine Kursgarantie lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Gold notiert weiterhin nahe seiner Rekordregion um rund 4.335 Dollar je Feinunze, während der Ölpreis zuletzt unter geopolitischem Druck stand, nachdem Verhandlungen über eine Öffnung der Straße von Hormus ins Stocken geraten waren. Für Trader bedeutet diese Gemengelage, dass Überraschungen bei den US-Daten nicht isoliert an den Aktienmärkten bleiben dürften, sondern auch auf Kryptowährungen, Edelmetalle und Rohstoffe durchschlagen können.
Was das für die DAX-Woche bedeutet
Der DAX geht mit 25.409 Punkten in die neue Woche, das Wochenplus vom vergangenen Freitag wurde allerdings von vergleichsweise wenigen Schwergewichten getragen. Für die kommenden Tage dürfte weniger die US-Statistik allein zählen als ihr Zusammenspiel mit den Konjunkturdaten aus der Eurozone, dort werden in dieser Woche die vorläufigen Inflationszahlen für September veröffentlicht. Gleichzeitig rückt bereits die nächste Berichtssaison näher, ab Mitte Oktober starten die ersten großen US-Konzerne mit ihren Quartalszahlen. Wer sich frühzeitig orientieren will, findet die Termine im Quartalszahlen-Kalender.
Fazit für Trader
Wer in dieser Woche handelt, sollte sich nicht auf einen einzelnen Termin verlassen, sondern das Gesamtbild im Blick behalten. Saisonal betrachtet zählt der Oktober zu den volatileren Börsenmonaten, ein Blick in die Saisonalität-Auswertung kann helfen, historische Muster einzuordnen, ohne dass daraus eine Vorhersage für dieses Jahr folgt. Wer zusätzlich das Positionierungsverhalten großer Marktteilnehmer verfolgen möchte, findet in den COT-Daten einen Anhaltspunkt, wie professionelle Adressen aktuell in Anleihen, Rohstoffen und Devisen positioniert sind. Einen schnellen Überblick über die Tagesbewegungen einzelner Sektoren liefert zudem die Heatmap. Verlässliche Prognosen gibt es in dieser datenreichen Woche nicht, wohl aber klare Fixpunkte, an denen sich Trader orientieren können, um ihr eigenes Risikomanagement rechtzeitig darauf einzustellen.








