Börsenwoche 21.–25. September 2026: ifo, drei Notenbanken und der Trump-Xi-Gipfel nach dem Zins-Doppelschlag

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DAX unter Druck, Öl über 100 Dollar: Nach den Zinserhöhungen von Fed und BoJ entscheiden ifo-Index, drei Notenbanken und der Trump-Xi-Gipfel die Woche.

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Börsenfassade in der Abenddämmerung mit Wochenkalender, EZB-Turm-Silhouette und goldener Chart-Symbolik im Hintergrund

Die abgelaufene Handelswoche hat die Ausgangslage für Trader grundlegend verändert: Die US-Notenbank hat am 16. September 2026 erstmals seit Juli 2023 die Zinsen erhöht, die Bank of Japan zog am 18. September mit dem höchsten Leitzins seit 1995 nach. Der DAX verlor auf Wochensicht 1,03 Prozent und schloss am Freitag bei 25.304,06 Punkten, während Brent-Öl weiter über der Marke von 100 US-Dollar notiert. In der Woche vom 21. bis 25. September richtet sich der Blick nun auf den ifo-Geschäftsklimaindex, gleich drei europäische Notenbank-Entscheide und den Staatsbesuch von Chinas Staatschef Xi Jinping bei US-Präsident Donald Trump.

Fed-Nachlese: Erste Zinserhöhung seit Juli 2023

Die Federal Reserve hat ihr Zielband am 16. September um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Der Beschluss fiel einstimmig mit 12:0 Stimmen, nachdem im Juli noch drei Mitglieder abweichend gestimmt hatten. Fed-Chef Kevin Warsh begründete den Schritt damit, dass die Inflation zu hoch bleibe und die Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel abgesichert werden müsse. Bemerkenswert ist der aktualisierte Zinsausblick: 16 von 18 FOMC-Teilnehmern erwarten bis Jahresende mindestens einen weiteren Schritt nach oben, der Median liegt für Ende 2026 wie auch Ende 2027 bei 4,1 Prozent. Die nächste Sitzung folgt am 27. und 28. Oktober. Wie die Märkte im Vorfeld auf die Entscheidung geblickt hatten, zeigt unser Artikel zum Fed-Zinsentscheid vom 16. September.

Bank of Japan: Höchster Leitzins seit 1995, aber der Yen fällt

Nur zwei Tage nach der Fed erhöhte die Bank of Japan ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf 1,25 Prozent, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Die Entscheidung fiel mit 7:2 Stimmen, zwei Ratsmitglieder votierten dagegen. Genau diese Gegenstimmen dämpften die Erwartungen an weitere Straffungsschritte, sodass der Yen nach dem Entscheid nachgab, eine für Forex-Trader bemerkenswerte Reaktion, die zeigt, wie stark die Erwartungskomponente inzwischen den Kassakurs dominiert. Den Weg zu dieser Zinswende hatten wir bereits Ende August in unserer Analyse zur BoJ-Zinserhöhung nachgezeichnet.

Die Termine der neuen Woche im Überblick

Der Wochenstart am Montag, 21. September, steht im Zeichen der Nachlese der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie des Kapitalmarkttags von Novo Nordisk. In der neuen Woche wird zudem eine prominente Indexänderung vollzogen: Volkswagen scheidet aus dem Euro Stoxx 50 aus. Am Dienstag legt TUI sein Pre-Close-Trading-Update vor.

Am Mittwoch, 23. September, folgen die ersten Einkaufsmanagerindizes für September aus Deutschland, der Eurozone und den USA. Der Donnerstag, 24. September, wird zum dichtesten Tag der Woche: Um 9:30 Uhr entscheiden die Schweizerische Nationalbank, die schwedische Riksbank und die norwegische Norges Bank über ihre Zinsen, um 10:30 Uhr folgt der ifo-Geschäftsklimaindex, für den Volkswirte rund 89,0 Punkte erwarten, flankiert von der Herbst-Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute. Am selben Tag empfängt Trump Xi Jinping zum Staatsbesuch in Washington, am Abend legt Costco Quartalszahlen vor. Den Abschluss machen am Freitag die US-Auftragseingänge langlebiger Güter und das Konsumklima der Universität Michigan. Alle Veröffentlichungszeiten lassen sich im Wirtschaftskalender verfolgen, die anstehenden Unternehmenstermine im Quartalszahlen-Kalender.

DAX-Charttechnik: 24.770 Punkte als Unterstützung

Mit dem Wochenschluss bei 25.304 Punkten notiert der DAX rund 4,9 Prozent unter seinem Allzeithoch von 26.618 Punkten aus dem August. Auf der Unterseite gilt die Zone um 24.770 Punkte als nächste relevante Unterstützung, auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch die maßgebliche Widerstandsmarke. Ob der ifo-Index am Donnerstag als Katalysator taugt, dürfte vor allem von der Erwartungskomponente abhängen: Stabilisiert sie sich, wäre das ein Signal, dass die Konjunktursorgen nicht weiter zunehmen.

Öl bleibt der Taktgeber

Brent-Rohöl beendete die Woche bei rund 103 US-Dollar je Barrel und verbuchte damit erstmals seit drei Wochen ein Wochenminus. Entspannung sieht anders aus: Die Straße von Hormus ist seit Februar blockiert, im September kamen Anschläge auf Pipeline-Infrastruktur hinzu. Solange der Ölpreis dreistellig bleibt, wirkt er als Inflationstreiber und begrenzt den Spielraum der Notenbanken, ein Umfeld, das Zinssenkungshoffnungen auf absehbare Zeit einen Riegel vorschiebt.

Was die Woche für Trader bedeutet

Der Donnerstag bündelt mit drei Notenbank-Entscheiden, ifo-Index und dem Trump-Xi-Gipfel ungewöhnlich viel Ereignisrisiko in wenigen Stunden, entsprechend erhöhte Volatilität ist in DAX, EUR/USD und den Skandinavien-Währungen möglich. Nach dem Zins-Doppelschlag von Fed und BoJ dürften Märkte zudem jede Konjunkturzahl neu durch die Zinsbrille lesen. Wer die Woche aktiv begleiten will, findet in unserer Broker-Topliste einen Überblick über die Konditionen der wichtigsten Anbieter.

Über den Autor

Marktberichte, Finanznachrichten und Tradingwissen unter redaktioneller Leitung von Daniel Szymanski, mit über 15 Jahren Erfahrung im aktiven Trading.

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